Retour-Kilams an Kofferkinder

Hauptsache Frei #9

© Ceren Saner

Von Jacqueline Saki Aslan

Dauer: 00:30 | keine Pause
Ort: monsun.theater Gaußstraße | Gaußstraße 149, beim Vivo Center | 22765 Hamburg
Karten: Sitzplatz 5,00 € - 20,00 €

Festival der Darstellenden Künste Hamburgs

Mittwoch
26. April 2023 | 19:00 Uhr

Ein Kilam ist eine spezielle Form kurdischer Dichtung. Von den 1970er bis in die 90er Jahre wanderten unzählige Kilams auf Tonbändern zwischen Deutschland und anderen Ländern hin und her. Sie zeugen von der kurdischen Diaspora. Sie immer wieder anzuhören, half in der Einsamkeit. In ihrer Performance spielt Jacqueline Saki Aslan Kassetten ab. Vor einem Vorhang in traditionellem Blumenmuster hört sie den aufgezeichneten Kilams zu, singt mit, monologisiert, tanzt den kurdischen Kreistanz auf Techno-Beats und bringt dabei eine erstaunliche orale Tradition ans Licht.

Jacqueline Saki Aslan ist eine yezidisch-deutsche multimediale Performancekünstlerin. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Performance, Sound, Installation, Tanz und Lyrik. Ihre Performance Lectures bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Klassismus und Erinnerungskultur. Saki beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie schriftlose, marginalisierte und diasporische Narrative und Wissensarchive Eingang in öffentliche Erinnerungsräume finden können. Aktuell arbeitet sie an einer Soundinstallation.

Die Performance dauert 25 Minuten und wird Personen ab 10 Jahren empfohlen. In der Performance werden transgenerationale Traumata angesprochen, die Arbeiter:innen und Arbeiter:innenkinder mit Migrations- und Rassismuserfahrung triggern können. Außerdem wird ein Lied auf Kurmançi gesungen, das Queerness und Verlust in der Diaspora thematisiert. Je nach Raumgröße können besonders zu Beginn und zum Schluss der Performance analog abgespielte Tonsequenzen des Kassettenrekorders als störend empfunden werden. Auf der Bühne wird zu Beginn und zum Schluss in »voller« Lautstärke (laut, aber immer noch klar und ohne Störgeräusche) jeweils ein Elektro-Track gespielt. Das Timing des Tracks zu Beginn des Stückes wird daran sichtbar, dass die Performerin sich zum Abspielen zu den Rekordertasten hinunterbeugt. Das letzte Stück setzt ein, sobald die Performerin für den letzten Akt in ihren Stoffbahnen steht und der Übergang in das blau-violette Licht beginnt. In Momenten der Interaktion kann das Publikum entscheiden, ob es sich beteiligen möchte oder nicht. Es ist eingeladen, im Konzertteil mitzusingen, und sich zum Schluss in den Kreistanz einzureihen oder einen um die Performerin herum zu bilden. Klatschen und Lachen oder andere Publikumsäußerungen während der Vorstellung sind ausdrücklich erwünscht/willkommen. Bei Fragen oder für weitere Informationen zur Barrierefreiheit wende dich bitte an das Teilhabebüro:

Gefördert durch die Mara & Holger Cassens Stiftung, die Rudolf Augstein Stiftung und die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und unterstützt von Bengü Koçatürk-Schuster und FSK Radio.

© Ceren Saner
Konzept
Text
Performance
Jacqueline Saki Aslan
Musik
Afra Bobo
Su Zelal Daş
Bühne
Jacqueline Saki Aslan
Dramaturgische Beratung
Marco Merenda
Choreografische Beratung
Pardis Azadeh
Sujin Lee
Rike Flämig