2022
Großer Auftakt
Bereits vor den Sommerferien und dem offiziellen Start für die Zusammenarbeit mit unserer neuen Tusch-Schule bringen wir gemeinsam ein wichtiges Projekt auf die Beine: WHERE DOES THE HATE COME FROM? – eine Frage, der sich Jugendliche im Nahen Osten täglich ausgesetzt sehen. Das Theaterprojekt schafft einen künstlerischen Austausch von 16 jüdischen-israelischen Jugendlichen aus Sderot, 16 arabisch-israelischen Jugendlichen aus Rahat und 16 Jugendlichen aus Wilhelmsburg. Bei der Frage, wie die Familien in der Heimat besser verstehen können, was die jungen Menschen mit so unterschiedlichen Hintergründen dazu antreibt, miteinander auf der Bühne zu stehen, kommen wir mit unserer Videotechnik ins Spiel und streamen die Veranstaltung live nach Israel. So können Freunde und Familien in der Heimat miterleben, wie die jungen Menschen auf der Bühne daran arbeiten diesem Hass etwas entgegenzusetzen.
Ein Trialog der Ästhetik zwischen Sderot, Rahat und Wilhelmsburg entsteht. Das NDR Kulturjournal berichtet und das Austausch-Projekt wird mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2023 mit dem Shimon Perez Preis.
2022|23
Start einer neuen Tusch-Partnerschaft
Was machen Schülerinnen und Schüler, wenn man ihnen 5 Minuten Bühnenzeit gibt? Das wollten wir wissen und deshalb haben 10 Schülergruppen des 12. Jahrgangs des Helmut Schmidt Gymnasiums eben genau diese Challenge im Auftrag von TUSCH erhalten. Allerdings haben sie eine Einschränkung: Es muss etwas mit den keyscenes zu tun haben. Mit den was? Kenner:innen wissen natürlich sofort, worum es sich hier handelt. Natürlich geht es um Shakespeare - the godfather of drama, rhymes, and fun.
Für LISTEN UP! stellen die Künstler:innen von SZENE2 den Schüler:innen nicht nur ihren aktuellen Bühnenaufbau ihrer Produktion HERZ EMOJI zur Verfügung, sondern unterstützen sie auch mit ihrer Erfahrung im Bereich Tanz und Performance und erarbeiteten in gemeinsamen Workshops eine ausdrucksstarke Formensprache.
TUSCH TAG IM GÄNGEVIERTEL
„Move and Talk“ versetzt uns alle in Bewegung beim diesjährigen TUSCH-Tag im Hamburger Gängeviertel. Die AG Vielfalt des HSG, den tanzenden Mädels von KPOP Undercover aus der fünften Klasse setzen sich mit der Frage auseinander: „Wie stark ist die Diskriminierung in Deutschland?“
Und mit dieser Frage wagen sich die Schüler:innen aus der Schulumgebung raus in die Öffentlichkeit:„go“ und „stop“ und „clap“ und „jump“! – im Gängeviertel wird ordentlich was bewegt.
2023|24
Wer putzt hier wen weg?
Das Kooperationsprojekt „WER PUTZT HIER WEN WEG?“ zwischen dem monsun.theater, dem Helmut-Schmidt-Gymnasium und der inklusiven Tanzkompanie SZENE 2WEI startet im Februar 2024 mit einem ersten Workshop, den die Tänzer:innen der SZENE 2WEI in der Schule anleiteten. 25 Schüler:innen,des Theaterkurs der Jahrgangsstufe 11, nehmen an dem Workshop teil.
Gemeinsam mit den Tänzer:innen entwickeln sie erste kleine Impulse und Choreografien zu den Fragen „Was bleibt und was kann weg?“, „Ist sauber schön? Ja, Nein, Warum?“ oder „Was putzt du weg?“. Es geht um ein erstes Ausprobieren, ein Kennenlernen verschiedener tänzerischer Ausdrucksmittel und eine inhaltliche Übersetzung ins Körperliche. Anknüpfend an den Workshop mit den Schüler:innen findet ein Workshop mit Lehrer:innen statt, die sich ebenfalls auf tänzerische Weise mit eben diesen Inhalten beschäftigten.
Im April 2024 findet ein vertiefender Workshop im monsun.theater statt. Die Schüler:innen sollen aus ihrem gewohnten Schulumfeld rauskommen und die Möglichkeiten des Theaters nutzen, um an ihren Szenen weiterzuarbeiten. Die Impulse aus dem ersten Workshop im Februar werden im Theaterunterricht weiterentwickelt, sodass in diesem Workshop daran angeknüpft werden kann.
Hieraus einigen sich die Projektteilnehmer:innen, dass sie sich bei der Frage „Wer putzt hier wen weg?“ auf das Thema Freundschaft fokussieren wollten. Es gibt kein schmerzhafteres Aufräumen als in Freundschaften. Daraufhin wird beschlossen, dass der Kurs sich mit dem Erarbeiteten beim FLEX-Festival bewirbt. Zur großen Freude wird das Projekt angenommen.
Mit eigens kreierten Putzsounds und Sprache werden die Choreografien zu einer 15-minütigen Performance, die der Kurs beim FLEX-Festival am 21.06.2024 präsentiert.
Im kommenden Schuljahr soll das Gesamt-Kooperationsprojekt „Wer putzt hier wen weg“ wieder aufgenommen und weiter vorangebracht werden.
2024|25
AUSSICHT Festival
Nach den Sommerferien starten die Schüler:innen des nun 12. Jahrgangs des HSG mit der Publikumsbefragung zum Thema „Wer putzt hier wen weg?“. Hierfür erhalten Sie die Unterstützung durch eine Telefonzelle als Aufnahmeraum des Kollektivs record-o-mat während des AUSSICHT Festivals des monsun.theaters. Die Schüler:innen sortierten die Antworten und geben der SZENE 2WEI diese für die Entwicklung einer Tanztheaterperformance, die gemeinsam mit den Schüler:innen im professionellen Rahmen auf die Bühne gebracht werden sollte. Zugleich wird der Kurs für die Teilnahme am Jugendkulturgipfel im November 2024 eingeladen.
Jugendkulturgipfel
Mit dem Spielformat „Move and Talk“ bringt der Kurs das Publikum mit Fragen rund ums Putzen und Aufräumen in Bewegung. Die Zuschauenden wurden eingeladen, gesellschaftliche Missstände und die eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen und über partizipative Elemente selbst Teil der Performance zu werden.
Über das FELX-Festival, das AUSSICHT Festival und den Jugendkulturgipfel machen die Schüler:innen des Helmut-Schmidt-Gymnasiums gleich mehrere Bühnenerfahrungen, die sie im großen Abschlussprojekt der Kooperation einfließen lassen können.
Am 05. Dezember 2024 feiert die Produktion FINALE FURIOSO - WER PUTZT HIER WEN WEG? des monsun.theaters in Kooperation mit der SZENE 2WEI und den Schüler:innen des Helmut-Schmidt-Gymnasiums Premiere. In dem Abschlussprojekt wurden alle Aspekte des Projektverlaufs zusammengebracht. Die Schüler:innen übernahmen einen wichtigen Teil der Produktion, denn sie waren die Partizipations-Expert:innen der Produktion. Da sie beim Jugendkulturgipfel bereits partizipative Erfahrungen sammeln konnten, wussten sie, wie der Umgang mit dem Publikum funktioniert. Durch den rauminstallativen Aufbau der Produktion unterstützen die Schüler:innen die Tänzer:innen der SZENE 2WEI dabei, das Publikum zu lenken. Über ihre Körpersprache und Bühnenpr.senz setzen sie immer einen ganz klaren Fokus dahin, wo das Publikum seine Aufmerksamkeit hinlenken soll. Ganz ohne Worte und mit voller Konzentration meistern die Schüler:innen diese Aufgabe, sodass die Tänzer:innen sich voll und ganz auf den Tanz konzentrieren konnten.
Durch die enge und besonders fruchtbar empfundene Zusammenarbeit in den drei Jahren, soll die Partnerschaft mit dem Helmut-Schmidt-Gymnasium auch über den TUSCH-Kooperationszeitraum nachwirken.