UMKÄMPFTE ZONE

von Clemens Mädge

© monsun.theater

Eine Bearbeitung des gleichnamigen Romans von Ines Geipel

Premiere:  Donnerstag, 17. Februar 2022 | 20:00 Uhr
Ort: monsun.theater Gaußstraße | Gaußstraße 149, beim Vivo Center | 22765 Hamburg
Livestream - monsun.digital
Karten: Sitzplatz 13,00 € - 25,00 € | monsun.digital 8,00 € - 18,00 €

Donnerstag
Freitag
18. Februar 2022 | 20:00 Uhr
Samstag
19. Februar 2022 | 20:00 Uhr
Dienstag
22. März 2022 | 20:00 Uhr
Mittwoch
23. März 2022 | 20:00 Uhr
Samstag
23. April 2022 | 20:00 Uhr
Sonntag
24. April 2022 | 20:00 Uhr
„Ein Denksystem, zwei Kategorien. Ein Denksystem, zwei Kategorien. Ein Denksystem, zwei Kategorien: Freund – Feind, gut – böse, richtig – falsch, Sieg – Niederlage.
Fiel man aus der einen Welt, gab es nur noch die andere.”
– Ines Geipel –

Wahrheit, die eigene Wahrheit, wie sieht sie aus? Welche Wahrheiten tragen andere mit sich? Wie verändern sie sich und welche Folgen treten auf? Der Sache auf den Grund gehen, das ist der Auftrag für sich selbst und für die Gesellschaft und für eine gemeinsame Zukunft. Was verdeckt bleibt, ist verloren. Wenn unsere Erinnerung auch nur Bruchstücke wiedergibt, ist sie das, was uns zugleich trennt und zusammenhält. Wir schreiben Geschichte immer wieder aufs Neue!

Das preisgekrönte Künstlerduo Kathrin Mayr (Regie) und Clemens Mädge (Autor) wagt mit der Buchvorlage „Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass“ von Ines Geipel einen Blick hinter die Kulissen. Die Autorin verhandelt in ihrem Buch anhand ihrer Familiengeschichte die politisch-historischen Dimensionen der Nazi-Diktatur und DDR-Diktatur als Resonanzraum für die Gegenwart. Verfremdete Wahrheiten sowie Trugbilder in Familie und Gesellschaft korrespondieren mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die enge Beziehung zum Bruder, der durch einen Hirntumor tragisch erblindet und schließlich stirbt, ermöglicht einen emotional berührenden Blick auf Bilderruinen vergangener politischer Systeme, die es neu zu erschließen gilt. Kritisches Denken, Sprache, Dialoge decken verborgene Bilder auf und fördern eine lebendige konstruktive Debattenkultur über gespaltene Generationen und ihre Geschichten.

Intime Betrachtungen von autobiographischen Erlebnissen der Autorin, die Auseinandersetzung mit Gewalt, Krankheit und Tod werden immer wieder verwoben mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen seit der Nachkriegszeit. Erinnerungskultur wird so persönlich wie schmerzhaft, analytisch und multiperspektivisch in ihrer ganzen Ambivalenz greifbar. Es sind Erfahrungen, die nie allein den Einzelnen betreffen. Ein gesellschaftliches Psychogramm, das sich zwischen intimem Mikro- und historischem Makrokosmos bewegt. Es wird zum Diskurs angeregt, die aktuellen Verunsicherungen angesichts einer erstarkenden nationalistischen und demokratiefeindlichen Neuen Rechte zeithistorisch zu ergründen. Hierbei steht die Menschlichkeit, die Wahrheit sowie deren Ästhetik im Vordergrund.

Kathrin Mayr und Clemens Mädge erhielten zuletzt den Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 2020 in der Kategorie „herausragende Regie und herausragende Dramaturgie“.

Eine Eigenproduktion des monsun.theaters gefördert durch die Kulturbehörde Hamburg.
Aufführungsrechte: Klett-Cotta Verlag, Stuttgart

Für die analogen Zuschauer:innen vor Ort gilt die 2G++ Regel: Genesen/Geimpft + Test + Maske. Mehr Informationen in unserem Hygienekonzept.

Text
Dramaturgie
Kostüm
Marie-Luise Otto
Video
Frederik Werth
Licht
Technik
Kianosh Kinz
Kamera
Martin Hüsges
Kianosh Kinz
Bühne
Produktionsleitung
Bildregie
Regie